JOY
10.05.1997 – 02.06.2004

JoyJoy kam im September 2001 im Alter von 4½ Jahren zu uns.
Eigentlich waren wir gar nicht darauf vorbereitet, unsere „Familie“ zu vergrößern, auch wenn ein Hund schon immer ein Wunsch war. Es ergab sich alles wie durch einen Zufall. Eine Bekannte berichtete von einer Freundin, die ihre Golden Retriever Hündin abgeben wollte. Joy hatte die Tochter angeknurrt und da die Kinder am Tag ca. 1 Std mit dem Hund alleine waren, war ihr nicht wohl bei der Sache. Eine Woche später ist Joy bei uns eingezogen.

Heute bin ich froh über diesen Zufall, denn auch wenn Joy uns leider nur 2½ Jahre ihres kurzen Lebens schenkte, so haben wir durch sie gelernt, wie leer unser Leben ohne sie war!

Viel wissen wir eigentlich nicht über Joy. Eigentlich nur, das sie von so einem „Züchter“ über eine Zeitungsanzeige verkauft wurde (das war auch für uns damals vollkommen normal). Da war sie gerade fünf Wochen alt!
Sie hat mit knapp einem Jahr die BHP gemacht und war bei ihren Vorbesitzern Familienhund. Und nun sollte sie unser Begleiter im Alltag werden! Sie hatte zwar keine Papiere, aber unser Herz hat sie im Sturm erobert!

Joy ISie lebte sich sehr schnell ein, was wir damals irgendwie nicht verstanden. Heute wissen wir: Das war einfach ihre unkomplizierte Art. Sie fühlte sich überall da wohl wo sie geliebt wurde, man sie streichelte und eine Schüssel voll mit Futter für sie bereit stand. Futter war für sie sowieso das wichtigste auf der Welt. Eben typisch Retriever.

Als Joy bei uns einzog, hatten wir von der Ausbildung eines Hundes und seiner Beschäftigung im Allgemeinen keine Ahnung. Eigentlich dachten wir, braucht man das ja mit einem Hund, der schon 4½ ist, auch nicht. Der ist ja ausgebildet und kann alles!

Auf einem meiner Spaziergänge lernte ich meine jetzige Freundin Heike kennen. Sie hat mir von der Ausbildung ihres Rüden Sam erzählt und dass sie mit ihm Dummyarbeit macht! – Dummyarbeit? Man schmeißt da so ein Säckchen und das soll der Hund zurück bringen? Das macht Joy niemals. Die spielt doch noch nicht mal mit dem Ball! Ich habe mich dann mal mit Heike getroffen und ihr bei der Arbeit mit Sam zugesehen. Ein paar Tage später machte ich mich daran, Joy erstmal das Apportieren an sich bei zu bringen. Da das aber ja in den Genen ist, sollte das doch auch kein Problem werden. Denkste! Denn jetzt kam es: Wie lernt ein Hund? Wie verknüpft er? Ja, genau das wusste ich nicht. Nach Studieren vieler Bücher machten Joy und ich uns an die Arbeit. Joy war eine sehr leichtführige Hündin, die alles sofort umsetzte.

Nach knapp vier Monaten holte sie zielsicher eine Markierung auf einer Wiese aus ca. 60m Entfernung, holte (fast) jede Doppelmarkierung und suchte ausdauernd nach den Dummys. Auch die Anfänge des Einweisens beherrschte sie mehr oder weniger gut. Heute weiß ich, dass das für sie eine große Leistung war. Sie liebte die Arbeit mit den Dummys. Während sie auf einem Spaziergang meistens hinterher trödelte, so blühte sie bei der Dummyarbeit so richtig auf.

Doch leider musste sie genau diese Leidenschaft im Herbst 2002 schon wieder einschränken. Es wurde Spondilose und Arthrose im Knie festgestellt. Jetzt werden viele sagen, halb so schlimm, damit kann ein Hund alt werden. Ja, das haben wir auch gehofft. Aber leider war wohl alles nicht so wie „normalerweise“. Laut der TÄ, die wir besucht haben und denen wir die Röntgen und CT-Aufnahmen gezeigt haben, war bei Joy alles schon ziemlich weit fortgeschritten. So war das Rückenmark stark beschädigt, ein paar Spondilosen waren schon gebrochen und einen Bandscheibenvorfall hatte sie wohl auch irgendwann einmal. Die Arthrose im Knie war auch schon ziemlich schlimm. Dass vorher nichts bemerkt worden war, zeigt mal wieder, wie still die Tiere leiden. Seit dem Tag haben wir das Training eingeschränkt, und sie musste sich mehr auf ihre zweite Leidenschaft beschränken: Sie liebte es einfach, nur bei uns auf dem Hof zu liegen, sich zu sonnen und alles was sich bewegte, zu beobachten.

Bis zum letzten Tag hat sie alle mit ihrer fröhlichen Art, mit ihrem Zähnegeklapper erheitert, egal wie groß die Schmerzen auch waren!

Wir haben viel durch sie gelernt. Vor allem, dass ein Leben ohne Hund für uns nicht mehr lebenswert ist!